Anekdoten

 

Die Anekdote (griechisch ἀνέκδοτον, anékdoton, „nicht herausgegeben“) ist eine literarische Gattung, die eine bemerkenswerte oder charakteristische Begebenheit, meist im Leben einer Person, zur Grundlage hat. Die drei wichtigsten Merkmale sind: die Pointe, dass sie nur auf das wesentliche reduziert ist und die scharfe Charakterisierung einer oder auch mehrerer Personen.

In der Alltagssprache bezeichnet Anekdote die (meist mündliche) Schilderung einer kuriosen, ungewöhnlichen oder komischen Begebenheit (ohne jeden literarischen Anspruch) (aus Wikipedia.de)

Die hier aufgeführten Anekdoten und unzählige „Flusspi-Storys“ werden regelmäßig beim Stammtisch mit großer Inbrunst zum x-ten Male erzählt!

HavarieSchadensmeldungFundsacheMeldewesenPrahm WilliiLeiche lebtDer GeneralDer große WiWiiTruppe schmunzeltDienstvorschriften

… die Erste

Ein Sicherungsboot der Kompanie fuhr den Rhein hinauf Richtung Mainz.

Der Bootskommandant, mit dem Vornamen Franz, steuerte mit mulmigem Gefühl sein schnittiges Boot zaghaft zwischen den Felsen und Klippen hindurch in die enge Lücke des Bingerlochs.

Ehe er es recht begreifen konnte, kam er vom Kurs ab, hatte Grundberührung und setzte sein Boot auf einen Felsen.

Bei der späteren Vernehmung durch seinen Kompaniechef, wie denn das passieren konnte, erklärte Franz: „Das Boot ist ganz plötzlich geschleudert!“ Ab dieser Zeit erhielt er den internen Beinamen „Schleuder-Franz“.

Seine Feldwebel-Kameraden meinten zu diesem Vorfall, dass es ja so kommen musste: „Der Franz hat sich immer gegen eine Bingerlochtaufe heftig gewehrt, – und das rächt sich eben!“

…die Zweite

Franz steuerte sein wiederhergestelltes Schiff in Begleitung weiterer Boote auf der Mosel Richtung Schleuse.

Vor der alten Moselbrücke rief er nach achtern der Besatzung des nachfolgenden Bootes zu:  „Wahrschau! Mast umlegen!“

Sicherheitshalber rief er nochmals: „Mast umlegen! Weiter sagen!“ Kurz darauf gab es ein knallendes Bersten und lautes Splittern.

Erschrocken blickte Franz nach oben und stellte fest, dass sein aufgerichteter Schiffsmast abgebrochen war.

… die Dritte

Während der Ostseefahrt, in einer Schleuse, wurde von der Besatzung versäumt, bei rasch fallendem Wasserspiegel, die am Schleusenpoller befestigte Vorderleine eines Sicherungsbootes rechtzeitig zu versetzen.

Plötzlich hing das Boot in der Luft und bekam Schräglage. Das starke Tauwerk hielt das Vorderschiff an der Schleusenwand fest und ließ sich auch von starken Pionierhänden nicht mehr lösen. Der Bootsführer hielt sich während dessen unter Deck auf. Durch den heftigen Tumult an Oberdeck aufgeschreckt erschien der Kommandant auf der Bildfläche und erkannte sofort die gefährliche Situation.

Er handelte rasch und umsichtig. „Alle weg vom Tau“ rief er, während er eiligst die Bordaxt holte. Mit einem gezielten, kräftigen Hieb verhinderte er einen größeren Schaden.

… und dann

war da noch das Proviantboot (schwimmender Supermarkt, der die Berufsschiffahrt während der Fahrt mit Lebensmitteln versorgte), dem durch den Wellenschlag eines Sicherungsbootes angeblich über 1.000 Eier und ein Dutzend Flaschen sehr teure Spirituosen zu Bruch gingen. Der schiffsführende Händler forderte eine hohe Entschädigung die unmittelbar an ihn zu zahlen sei. Nach wochenlangen Querelen entschloss sich der verantwortliche Zugführer, nach Rücksprache mit seinem Chef, in die Offensive zu gehen.

Er beauftragte einen älteren Soldaten seines Zuges, der in der Nachbarschaft des Schiffers wohnte, mit einer Sondermission.

Der Kriegsgediente erklärte dem „Verkaufskapitän“, er komme als hilfsbereiter Anwohner und möchte ihm ganz diskret mitteilen, dass die Bundeswehr beabsichtige die Angelegenheit amtlich überprüfen zu lassen. Dabei soll bei ihm sicherlich die Lagerung von Eiern, Spirituosen und andere Waren in seinem doch recht kleinen Boot inspiziert werden. Ganz bestimmt wollen „die“ dabei auch die Lieferscheine für eine steuerliche Kontrolle einsehen.
Der Schiffsmann versicherte dem Altgedienten, das er auf keinen Fall etwas gegen die Bundeswehr habe; – und das man natürlich alles tun müsse um friedlich miteinander zu leben.

Der Soldat bot dem „Geschädigten“ an, das er sein Proviantboot beim nächsten Hochwasser in den sicheren Pionierhafen verlegen könne.

Nach einigen Schnäpsen waren sich die Beiden einig: „Der Fall ist erledigt!“

Nach einem Übungseinsatz am Mittelrhein verlegte ein Flusspionierzug, bestehend aus drei Flusslandungsbooten und einem Flusssicherungsboot, zum Verfügungsraum am „Hammersteiner-Werth“. Ein Landungsboot des Zuges sollte nach einem Erkundungsauftrag etwas später bei dem Liegeplatz eintreffen.
Der Bootsverband hatte inzwischen an der Insel angelegt und sich unter den Bäumen getarnt, als in der Dunkelheit auch die letzte Fähre eintraf. Der junge Kommandant dieser Fähre manövrierte sein Schiff
neben ein an Land vertäutes Boot und bemerkte nicht den von der Mitte des Nachbarschiffes landwärts ausgelegten Draht. Die ein-fahrende Fähre fuhr gegen den Draht und wurde zur Überraschung des für seine kraftvolle und zügige Fahrensweise bekannten Kommandanten jählings gestoppt. Metallene Schleifgeräusche erfüllten die nächtliche Stille. Der starke Draht hielt stand!

Plötzlich ein Bersten und Krachen auf dem Nachbarschiff, ein ohrenbetäubender Schlag –  und kurz darauf ein mächtiger Einschlag ins Wasser.

Etwas später, nach dem missglückten Anlegemanöver, erwartete der Kommandant des Nachbarschiffes schon seinen Amtskollegen, als sich dieser mit fragendem Blick bei ihm an Bord meldete. “Komm’ mit“, sagte dieser, und zeigte stumm auf das Oberdeck an Backbordseite.

Dort, wo sich normalerweise ein doppelter Mittelpoller befindet, war ein mächtiges, zackenförmiges Loch im Schiffsdeck, das den Blick in den darunter befindlichen Schiffsraum frei gab! Der heftige Aufprall hat den Poller, an dem der ausgelegte Draht befestigt war, aus seiner Verankerung im Oberdeck gerissen und in den Rhein geschleudert.

“Das gibt Ärger“, sagte der Geschädigte; „lass’ Dir was einfallen“!

Der Unfall verursachende Bootskommandant gab am nächsten Morgen seinem Zugführer folgende schriftliche Schadensmeldung:

„Als ich mit meinem Landungsboot anlegte, verschätzte ich mich ein wenig, so dass der Mittelpoller des anderen Bootes montiert werden muss.
Der Poller ist unbeschädigt und kann durch unsere Taucher geborgen werden
.“
gezeichnet: Unterschrift

Die Fahrschüler unserer LKW-Fahrschule übten den Stadtverkehr in Koblenz. Vor ihnen befand sich ein Kleintransporter der Bundeswehr, der ebenfalls auf dem holprigen Friedrich-Ebert-Ring Richtung Rheinbrücke unterwegs war. Plötzlich löste sich an dem voraus fahrenden Fahrzeug die hintere Ladeklappe, ein Bierfass kullerte über die Ladefläche und knallte auf das Pflaster. Unsere Fahrschulfahrzeug hielt kurz an, der Fahrlehrer hob das volle 30-Liter-Fass eilig auf, nahm es zu sich in das Führerhaus und befahl dem verdutzten Fahrschüler den „Kamerad Vordermann“ zu verfolgen.

Die Fahrt führte über die Rheinbrücke, den Berg hinauf, bis vor die Gneisenau-Kaserne. Dort stoppte eine Feldjägerstreife alle Militärfahrzeuge zur Fahrzeugkontrolle. Der Streifenführer öffnete das Führerhaus unseres Fahrzeuges und sah zu seinem Erstaunen den Fahrlehrer-Feldwebel mit einem Bierfass auf dem Schoß im Beifahrersitz.

Nach einigen sprachlosen Schrecksekunden fragte der Feldjäger verblüfft: „Was ist das denn“? “Ein Bierfass, Herr Oberfeldwebel“, war die lakonische Antwort.

“Fahren Sie immer so durch die Gegend“?

“Nein, Herr Oberfeldwebel, das Ganze ist ein Zufall“, entgegnete im ruhigen Ton der Fahrlehrer. Der Feldjäger war mit seiner Geduld am Ende und schrie in das Führerhaus: „Wo haben Sie das Fass her will ich wissen“? „Gefunden“, war die ehrliche Antwort. Der eingeschüchterte Fahrschüler hielt indessen krampfhaft das Lenkrad fest, schaute stur nach vorne und erklärte wichtig: „Wir verfolgen doch den Unimog dort vorne“!

Der Ordnungshüter rang nun sichtlich mit seiner Fassung. Er holte tief Luft, sah die Unschuldsmienen der Soldaten im Führerhaus, zögerte einen Moment und atmete dann schnaufend aus. Leise, fast ein wenig gequält sagte er: „Haut ab“! „Haut bloß ab! – Und  lasst Euch hier nie wieder sehen“!

Krachend warf er die Fahrzeugtüre zu und ging kopfschüttelnd weiter.

Der Oberst sagte zum Adjutanten: „Morgen früh, 09.00 Uhr, ist eine Sonnenfinsternis, etwas, was nicht  alle Tage passiert. Die Männer sollen sich das seltene Schauspiel ansehen. Ich werde es ihnen erklären.

Falls es regnet, werden wir nichts sehen, dann sollen sie in die Sporthalle gehen.“!

Adjutant zum Bataillonskommandeur:

„Befehl vom Oberst! Morgen früh um 09.00 Uhr ist eine Sonnenfinsternis.

Wenn es regnet, kann man sie vom Kasernenhof aus nicht sehen, dann findet sie im Arbeitsanzug in der Sporthalle statt, etwas, was nicht alle Tage passiert.

Der Oberst wird’s erklären, weil das Schauspiel selten ist“!

Bataillonskommandeur zum Kompaniechef:

„Schauspiel vom Oberst! Morgen früh 09.00 Uhr im Sportanzug Einmarsch der Sonnenfinsternis in die Sporthalle.

Der Oberst wird’s erklären, warum es regnet. Sehr selten, so was“!

Kompaniechef zum Kompaniefeldwebel:

„Seltener Schauspielbefehl! Morgen um 09.00 Uhr wird der Oberst im Arbeitsanzug die Sonne verfinstern, wie es alle Tage passiert in der Sporthalle, wenn ein schöner Tag ist.

Wenn’s regnet, – Kasernenhof“!

Kompaniefeldwebel zur Kompanie:

„Morgen, um 09.00 Uhr, Verfinsterung des Oberst im Blaumann, wegen der Sonne!

Wenn es in der Sporthalle regnet, was nicht alle Tage passiert, antreten auf dem Kasernenhof.

Sollten Schauspieler dabei sein, – sollen sich selten machen“!

 (*)  Meldewesen:

Diese Glosse war Grundlage für einen Sketsch bei einem „Soldatenabend“ Mitte der siebziger Jahre, im Heimathaus Neuwied.

Gespielt wurde dieses Stück von einem Wehrpflichtigen, dessen Spitzname „El Bombo“ war.

Der junge Mann brachte im Rahmen einer „Ein-Mann-Schau“ mit diesem Vortrag und einem weiteren Sketsch den Saal zum Toben.

Mitte der sechziger Jahre war die Kompanie bei einer 14-tägigen „Werbefahrt“ auf der Mosel mit fast allen Booten und einem, vom nahen Pionierbataillon ausgeliehenen Prahm eingesetzt. Dieses Wasserfahrzeug wurde bei der Kompanie zeitweilig zum Wassertransport von Personal und Material eingesetzt und wurde intern „Willi“ genannt.

Für diese mehrtägige Übung erhielt der Soldat einen kleinen Geldbetrag als Aufwandsentschädigung, die in der Truppe als „Buschgeld“ bezeichnet wird.

Nach Ende der Übung gaben die Zugführer ihre Teilnehmerliste ab, auf der das Personal nach Besatzung geordnet, unter der jeweiligen Bootsbezeichnung aufgelistet war. Neben den vielen Bootsnummern, wie „ L-413“ oder „S-431“ usw., war also auch “Prahm Willi“ mit seiner Besatzung aufgeführt.

Alle Übungsteilnehmer hatten nach einiger Zeit ihr „Buschgeld“ erhalten, – bis auf einen Nachzügler.

Alle Bemühungen des Rechnungsführers diesen Nachzügler zum Geldempfang zu bewegen waren erfolglos.

So sah sich der Kompaniefeldwebel genötigt, diesen Mann zweimal beim morgendlichen Kompanieappell namentlich aufzurufen. Doch auch dieser Versuch schlug fehl, der Bursche war nicht anwesend; offensichtlich war der Soldat selbst den unmittelbaren Vorgesetzten unbekannt.

Der Spieß war sauer und es gab einen „Anschiss“ an die Zugführer: „Kennt ihr denn Eure eignen Soldaten nicht! Bis heute Mittag will ich wissen, zu wem der Mann gehört“!

Diese aber waren nicht sonderlich beeindruckt, sie grinsten verstohlen.

Beim Mittagsantreten platzte die Bombe. Der Spieß rief den Nachzügler auf: „Prahm“! „Prahm, Willi“!

Niemand meldete sich.

Der Spieß, inzwischen sehr verärgert, wiederholte mit drohendem Unterton: „Prahm, Willi“!

Der dienstälteste Feldwebel trat vor und sprach leise einige Worte zum Kompaniefeldwebel, der daraufhin den angetretenen „Verein“ stehen ließ und seine Dienstzimmertüre geräuschvoll zu machte.

Nach dem Kameraden „Prahm, Willi“ wurde hinfort nicht mehr gesucht. ER lebt weiter, in den „Storys“, die von den ehemaligen  Flusspionieren beim Stammtisch regelmäßig (zum x-ten Male) erzählt werden.

Auf den Schiffen der Flusspioniere wird ein Schiffstagebuch (Logbuch) geführt. In ihm werden der Fahrtverlauf und Vorkommnisse mit Zeitangaben und Position  festgehalten.

Während einer Ausbildungsfahrt Mitte der sechziger Jahre kam es zu einer kuriosen Eintragung in das Logbuch eines Landungsbootes.

Was war geschehen?

Das Landungsboot befand sich auf dem Rhein in der Höhe von Mainz. Der Bootskommandant beobachtete, wie sich eine Person von der voraus befindlichen Rheinbrücke in den Rhein stürzte. Der offenbar lebensmüde Mensch ging unter und tauchte nicht mehr auf.

Der Kommandant stoppte sofort beide Maschinen und befahl über Bordlautsprecher:

Mann über Bord – geradeaus 300 Meter“!

Jeder Mann an Bord handelte nach dem eingeübten „Rollenplan“.

Bange Minuten des Wartens vergingen, die Person war im Rhein verschwunden.

Während dessen wurde vom Kommandanten ordnungsgemäß in die Tagesspalte des Schiffstagebuches eingetragen:

Zeit: 14.05 Uhr
Position: RhKm 500,7
Vorkommnis: NothilfeMann über Bord!

Der vordere „Ausguck“ sah plötzlich den Lebensmüden auftauchen und leblos mit dem Gesicht im Wasser querab vorbei treiben.

Seine Meldung:

„Leiche an Backbord – 30 Meter“!

Der Kommandant wendete das Boot und der Ertrunkene konnte von unterstrom über die Bugrampe geborgen werden.

Die Leiche war eine junge Frau!

Auch dieser Vorfall wurde im Logbuch festgehalten:

Zeit: 14.55 Uhr
Position: RhKm 501,8
Vorkommnis: Leiche geländet!

Die Flusspioniere an Oberdeck handelten rasch. Sie packten die Bedauernswerte energisch an, um das im Körper befindliche Wasser herauszubringen und begannen mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

Die Besatzung war auf einmal wie versteinert!

Die vermeintlich Ertrunkene sprang urplötzlich auf, lief über das Schiffsdeck und wollte sich über die Reling abermals in die Fluten stürzen. Eine kräftige Pionierhand konnte sie gerade noch festhalten und führte die nunmehr willenlose, aufschluchzende Frau in die Kombüse.

Das Schiffstagebuch spiegelte die dramatische Zuspitzung der Situation nüchtern wieder:

Zeit: 14.20 Uhr
Position: RhKm 502
Vorkommnis: Leiche lebt!

Die junge Frau wurde der Wasserschutzpolizei übergeben.
Sie lebte später in der Nähe von Mainz. Sie war glücklich verheiratet und hatte zwei Kinder.

Noch viele Jahre nach dem Vorfall sendete sie den Flusspionieren  herzliche Weihnachtsgrüße.

Zu Beginn der 70er Jahre, hatte eine Katze die General-Henke-Kaserne als ihr Zuhause und Jagdrevier auserkoren. Es handelte sich um einen couragierten Kater, dessen farbiges Fell an eine Generalsuniform erinnerte. Der Name für das schöne Tier war daher schnell gefunden: „Der General“. 

In der Kaserne fand zu diesem Zeitraum eine Kommandeurbesprechung auf Regimentsebene statt, an der ursprünglich der Befehlshaber im Wehrbereich IV zeitweise teilnehmen wollte, aber leider kurzfristig absagen musste.

Die heimischen Flusspioniere waren sehr bemüht, dem hohen Besuch einen guten Eindruck von der Neuwieder Truppe zu vermitteln.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde die Tafel von zwei Küchenfrauen abgeräumt. Dabei war verwunderlich, das spezielle Speisereste, – vorwiegend Fleischstücke -, sorgsam ausgesucht und in einen Futternapf abgeteilt wurden.

Die Kommandeur-Runde schaute teils skeptisch, teils amüsiert dem betriebsamen Geschehen zu. Der peinlich berührte Hausherr und Flusspionier-Chef fragte ungehalten die Frauen was das soll.

„Wissen Sie“, antwortete die Eine etwas unsicher, „das ist für den General, der kommt gleich hinter das Gebäude, wir stellen ihm das Fressen unten an die Treppe“!

Und nachdrücklich ergänzte die Andere: „Der Kerl frisst ja nicht alles“!

Es war Mitte der 80er Jahre. Horst, Manfred und Dieter von der Schwesterkompanie besuchten zusammen einen Lehrgang in Bad Bergzabern.

Eines Abends beschlossen die Drei „an Land zu gehen“ um in einer gemütlichen Weinstube Pfälzer Wein zu probieren.

Mit Sorgfalt und Sachverstand wurden heimische Weine und landestypische Speisen ausgesucht und mit Genuss verzehrt. Die drei Flusspioniere unterhielten sich gut und fühlten sich sauwohl.

Zwischenzeitlich wurde der Nebentisch von drei jungen Frauen asiatischer Herkunft belegt.

Nach einiger Zeit bemerkten die drei Kameraden, dass man am Nebentisch die Köpfe zusammen steckte, leiser sprach und ständig zu ihnen herüber sah. Dabei fiel das Wort „Langnase“!

Dieter erkannte sofort das Gesprächsthema am Nebentisch. „Die reden über uns“!

Als man nebenan immer mehr deutsche Wörter benutzte und lachend vom „großen Wiwii“ gesprochen wurde, war den Soldaten endgültig klar worüber die Frauen sich unterhielten.

“Der große Wiwii hat heute keinen Ausgang“ bemerkte Horst.

Die vorwiegend älteren Gäste in der kleinen Winzerstube wurden schon aufmerksam. Um die peinliche Situation zu beenden meinte Manfred scherzend: „Nix Wiwii, große Wiwii kaputt“!

Nach kurzer Zeit stand eine der Frauen auf und bewegte sich lächelnd zu den Männern, während die Zweite ihren Fotoapparat zückte. „Mich laust der Affe, – die kommen rüber“ rief Dieter impulsiv. Den Soldaten brach der Schweiß aus, die anderen Gäste verfolgten neugierig das unmögliche Geschehen. Da, – große Wiwii“ sagte die Frau, nickte Beifall heischend in die Runde und streckte ihre Hand aus. Horst, Manfred und Dieter klemmten derweil die Beine zusammen und waren sprachlos. Ein sittenloses Geschehen bahnte sich an!
Die ausgestreckten Finger der mandeläugigen Schönheit berührten nun Horst, die andere Asiatin fotografierte das Spektakel.

„Sehr schön, – große Wiwii“ wiederholte die Täterin und ergriff mit Daumen und Zeigefinger das Objekt der Begierde, – – ein  wirklich großes, zwischenzeitlich  hochrotes Ohr von Horst  und massierte hocherfreut das fleischige Ohrläppchen.

Der Berufssoldat kaufte ein stillgelegtes Bahnhofsgebäude als Altersruhesitz in seinem Heimatort an der Mosel.

Nach seiner Pensionierung sah er eines morgens einen Messtrupp in seinem Vorgarten. “Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass hier ein Rangier- und  Abstellgleis verlegt werden muss. Natürlich werden Sie von der Bahn dafür entschädigt“, sagte der Ingenieur. Da meinte der Pensionär mit seinem trockenen Humor: „Über das Geld müssen wir mit meinem Anwalt reden, aber glauben Sie ja nicht, dass ich jedes Mal die Gartentür aufmache, wenn ein Zug kommt!“

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Der Fachsportleiter für Schwimmen engagierte sich bei der Grundausbildung besonders um die Nichtschwimmer. Bei einer Übungsstunde verließ ein sehr wasserscheuer Nichtschwimmer eiligst das Wasserbecken und verkroch sich in eine Ecke. Der Vorgesetzte fragte ihn: „Was ist los, haben Sie keine Lust mehr?“ 

„Doch schon, Herr Hauptfeldwebel,“ antwortete der Rekrut, „aber ich habe keinen Durst mehr!“ 

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Na, Herr Oberfeldwebel, hat die Medizin geholfen?“
„Ausgezeichnet, Herr Stabsarzt. Das Rheuma ist weg, mein Kamerad hustet nicht mehr – und mit dem Rest habe ich an Bord die Schiffsglocke putzen lassen!“

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Der Bootskommandant  lässt sich die Haare schneiden.
Der Friseur fragt: „Möchten Sie Ihre Stirnlocke behalten?“
„Natürlich“, sagt Max.
„Gut, dann lasse ich sie Ihnen einpacken!“

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Der Schirrmeister hat starke Rheumaschmerzen in beiden Schultern.
„Na, etwas zu flott gelebt in jungen Jahren“, meinte der Stabsarzt.
“Das kann schon sein, aber mit der Schulter am wenigsten“, erklärte der Hauptfeldwebel.

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Beim Frühstück an Bord der Bodanfähre:
„Sieht nach Regen aus“, bemerkte der Feldkoch.
Darauf der Bootsmaschinist: „Ja, aber man merkt, dass es Kaffee sein soll!“

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Die Bootsbesatzung war während der Streckenfahrt an Land und kommt aus einem Restaurant:
„Die Suppe war kalt und hat nach nichts geschmeckt“, sagte einer.
„Und das Fleisch war zäh und voller Knorpel“, meinte ein anderer.
„Und das Bier war warm und abgestanden“, ergänzte ein dritter.
„Und  wenn wir nicht so schnell gegangen wären, hätten wir womöglich dafür noch bezahlen müssen“….!“

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Beim Frühstück liest die Frau die Zeitung und sagt zu ihrem Mann: „Die suchen einen Mann um die Fünfzig, der Frauen belästigt.“
Der Altgediente: „Glaubst Du wirklich, das ist das Richtige für mich?“

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„Sag’  mal Mayer Frido, ich habe gehört, Dein Vater hat 32 Pferde?“ „Jawoll Herr Major!“
„Ist ja toll, habt ihr auch ein Gestüt?“
„Nein, ein Karusell!“

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Der junge, in Mindestdienstzeit zum Feldwebel beförderte  „Offizier vom Wachdienst (OvWa) belehrte seine Soldaten vor Antritt ihres Dienstes.
Er sagte im wichtigen Tonfall:

  • „Sie brauchen zum Wachdienst einen sechsten Sinn“!
  • „Sie müssen alles sehen und alles hören“!
  • „Sie müssen besonders misstrauisch sein und wenn Sie merken, dass etwas nicht in Ordnung ist, blitzschnell handeln“!
  • „Gehen Sie immer von der Annahme aus, dass die andere Seite Fehler macht“!

Der lang gediente Stabsunteroffizier, der seinem Vorgesetzten die ersten Schritte des militärischen Alltages beigebracht hatte und nunmehr als Wachhabender dem  Vortrag kritisch zuhörte meldete sich zu Wort:

  • ·         „Ich bin diesen Anforderungen nicht gewachsen“!

Und weiter sagte er zu seinem verblüfften Kameraden:
“Weißt Du was -, ich schicke Dir am besten meine Schwiegermutter“!

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Zwei Sanitätssoldaten hatten mit ihrem Dienstfahrzeug einen Kfz-Unfall. Der Schirrmeister forderte von den Soldaten eine schriftliche Unfallmeldung mit  einer Stellungnahme des Vorgesetzten. Der Stabsarzt schrieb abschließend zu dem Vorfall:

          „Das Sanitätsfahrzeug war zwar in den Unfall verwickelt,
aber eine Beteiligung lehnen alle Beteiligten ab!“

Dienstvorschriften regeln die Organisation und Durchführung bestimmter Dienste.

Wegen ihrer Detailgenauigkeit und der Verwaltungssprache sind und waren sie oft
Zielscheibe von Witzen und führen in der Truppe oftmals zu kuriosen Sprüchen.
Hier eine kleine Auswahl vermeintlicher Zitate aus Dienstvorschriften:

“Bei Schwimmbewegungen entfällt die Grußpflicht”

Bei Erreichen des Baumwipfels hat der Soldat die Kletterbewegungen selbständig einzustellen”

“Bei Einbruch der Nacht ist mit Dunkelheit zu rechnen”

“Wer schneller schießt und besser trifft bleibt Sieger”

“Beim Durchwaten eines Gewässers ist besonders auf Kontakt zum Gewässergrund zu achten”

“Gewitterregen, Schneeschmelze oder anhaltende Trockenheit können zu Veränderungen eines fließendes Gewässers führen”

“Mit dem Marschkompass ist es möglich, die Himmelsrichtungen festzustellen”

“Bei eingeschränkter Sicht kann der Soldat meist nur seine nähere Umgebung erkennen”

“Die Uhrzeit ist durch die Ziffern der Stunde und der Minuten anzugeben”

“Bewegungen der Truppe können durch Hindernisse gehemmt oder behindert werden”

“Taufrisch und bärenstark betritt der Schütze das Gefechtsfeld”

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